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Shimo no Kuni - Druckversion

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Shimo no Kuni - [BOT] - 10.01.2026

# Shimo no Kuni (霜の国) – Das Land des Frosts

Shimo no Kuni, in den alten Schriftrollen auch "Ten'hate" (地の果て, die Enden der Welt) genannt, ist ein Land der Gegensätze. Es zieht sich wie ein langes, gekrümmtes Band entlang der südlichsten bekannten Küstenlinie. Während seine Ausdehnung vom westlichen **Tasogare-no-hama** (黄昏の浜, dem Dämmerungsstrand) bis zu den östlichen **Yariishi-Felsen** (槍石, den Speerfelsen) gewaltig ist, misst es von Nord nach Süd an seiner breitesten Stelle nur wenige hundert Ri.

### Geographie und Klima

Das Land ist geographisch und klimatisch scharf in drei Zonen unterteilt, die von den kalten Fallwinden geprägt werden, die von den südlichen Bergen herabwehen.

1. **Die Kasumi-no-gan (霞の岸, die Nebelküste) (Norden):** Entlang der **Ruri-no-Umi** (瑠璃の海, dem Lapislazuli-Meer) erstreckt sich ein überraschend milder und fruchtbarer Küstenstreifen. Dichte Wälder und eine sanfte Hügellandschaft prägen diese Region. Große Flüsse, die in den südlichen Bergen entspringen, münden hier ins Meer und bilden weite Deltas. Das Klima ist feucht und mild, fast das ganze Jahr über wie im Frühling. Hier befinden sich die größten Städte und der Großteil der Bevölkerung.
2. **Die Kazekiri no Sōgen (風切りの草原, die windschneidenden Ebenen) (Mitte):** Südlich der Nebelküste geht die Landschaft abrupt in eine weite, kalte Steppe über. Hier endet der Schutz des warmen Meeres, und die eisigen Winde aus den Bergen fegen ungehindert über das Land. Der Boden ist karg und nur von zähem Gras und niedrigem Buschwerk bewachsen. Die Sommer sind kurz, die Winter lang und schneereich.
3. **Der Hyōga no Kiba (氷河の牙, der Gletscherzahn) und das Shiroki Chinmoku (白き沈黙, das Weiße Schweigen) (Süden):** Die südliche Grenze bildet der Hyōga no Kiba, eine schier unüberwindbare Bergkette mit eisbedeckten Gipfeln. Südlich davon liegt nur noch das Shiroki Chinmoku, eine ewige Tundra aus Fels und Eis, die als unbewohnbar gilt. In den Tälern des Gebirges selbst herrscht ganzjährig eisige Kälte.

### Flora

- **An der Nebelküste:** Hier wachsen die berühmten **Tetsuboku** (鉄木, Eisenbäume), deren Holz extrem hart ist und den Schiffen des Landes ihre legendäre Stabilität verleiht. Leuchtendes **Hikarigoke** (光苔, Lichtmoos) überzieht die Waldböden und taucht sie in der Dämmerung in ein sanftes, goldenes Licht. Die **Ryūganju** (竜眼珠, Drachenaugenbeere), eine tiefblaue, seltene Frucht, ist ein begehrtes Gut.
- **In den Ebenen:** Die Landschaft wird von endlosem **Togekusa** (棘草, Dornengras) dominiert. Vereinzelt ragen meterhohe **Sora-azami** (空薊, Himmelsdisteln) auf. Als Nahrungsquelle dient die **Iwane** (岩根, Felswurzel), eine knorrige Knolle, die tief im steinigen Boden wächst.
- **Im Gletscherzahn:** Nur die härtesten Pflanzen überleben hier. Die **Hyōka** (氷花, Eisblume), eine seltene, eisblaue Lilie, blüht nur an wenigen Tagen im Hochsommer. An den Felswänden klammert sich die **Ryūhige-goke** (竜髭苔, Drachenbart-Flechte), die von den Bergvölkern als Heilmittel genutzt wird.

### Fauna

- **An der Nebelküste:** Die Wälder sind die Heimat der **Kōkaku-inoshishi** (甲殻猪, Panzer-Wildschweine). An den Flussmündungen lauern riesige **Otsuchi-gaeru** (大槌蛙, Große Hammerfrösche), deren lautes Rufen meilenweit zu hören ist. Die Flüsse sind reich an **Ginyo** (銀魚, Silberfischen), der Nahrungsgrundlage der Küstenbewohner.
- **In den Ebenen:** Gewaltige Herden von **Kaku-ushi** (角牛, Hornrindern) ziehen durch die Steppen, gejagt von den Reiterclans. Das schnellste Tier ist der **Kaze-tori** (風鳥, Windvogel), ein großer, flugunfähiger Vogel, der von den Nomaden als Reittier geschätzt wird.
- **Im Gletscherzahn:** Hier hausen die gefährlichsten Bestien. Rudel von riesigen **Yuki-ōkami** (雪狼, Schneewölfen) durchstreifen die Pässe. In den tiefsten Eishöhlen soll der **Hyōga-ryū** (氷河竜, Gletscherdrache) ruhen, eine gigantische, schlangenartige Kreatur ohne Flügel.

### Politische Situation

Shimo no Kuni ist kein geeintes Reich, sondern ein fragiles Militärbündnis, der **Shimo no Dōmei (霜の同盟, die Frost-Allianz)**, das von rivalisierenden Mächten gebildet wird.

- **Die Umi-no-Daimyō (海の大名, die Meeresfürsten):** An der Nebelküste herrscht eine Handvoll mächtiger Daimyō-Clans, deren Macht auf Handel und dem Reichtum des Landes beruht. Der **Shirakawa-zoku (白川族, Weißfluss-Clan)** im Westen kontrolliert mit seiner Flotte die Handelsrouten. Der **Takanosu-zoku (鷹ノ巣族, Falkennest-Clan)** im Osten ist militaristischer und sichert die Grenzen. An der Spitze der Allianz steht der **Shōgun**, derzeit **Akamatsu Takeo**. Seine Autorität hängt jedoch stark von der militärischen Stärke seines eigenen Clans und der Loyalität der anderen Daimyō ab. Die Hauptstadt **Ginkō** (銀港, Silberhafen) ist das pulsierende Herz des Landes.
- **Die Kiba-ichizoku (騎馬一族, die Reiter-Clans):** Die Ebenen werden von kriegerischen, nomadischen Clans beherrscht, die keinem Daimyō die Treue schwören. Sie sind die besten Reiter der Welt und leben in einem ständigen Kreislauf aus Handel und Konflikt mit den sesshaften Bewohnern der Küste.
- **Die Sanmin (山民, die Bergvölker):** In den zugänglichen Tälern des Gletscherzahns leben isolierte, unabhängige Gemeinschaften. Diese Bergvölker sind schweigsam und misstrauisch. Sie schürfen nach Erzen und hüten das Wissen über die wenigen sicheren Pässe in den Süden.

### Das Erbe der Magier

Vor zweihundert Jahren war ein namentlich nicht mehr bekannter Clan die unbestrittenen Bewohner der südlichen Höhen. Ihr plötzliches Verschwinden während des **Kūhaku no Jidai (空白の時代, Zeitalter der Leere)** ist das größte Geheimnis des Landes.

- **Die Yūrei-toshi (幽霊都市, Geisterstädte):** In den unzugänglichsten Regionen der Berge finden sich die Ruinen ihrer Städte. Sie sind aus einem unbekannten, makellos weißen Material erbaut, das keinerlei Verwitterung zeigt. Diese Orte sind unheimlich still und werden als verflucht gemieden.
- **Aberglaube:** Da niemand mehr weiß, wer oder was die Mitglieder dieses Clans waren, ranken sich Mythen um sie. Man sagt, ihr Verschwinden habe die Bestien der Berge erzürnt und aggressiver gemacht.
- **Verlorenes Wissen:** Jegliches Wissen über Chakra oder Reishi ist mit dem Clan verschwunden. Die heutigen Bewohner von Shimo no Kuni sind eine rein mittelalterliche Gesellschaft. Shinobi-Künste sind für sie nichts als Legenden aus fernen Ländern und ein Artefakt der Magier wäre für sie nur ein kunstvoller, aber unverständlicher Gegenstand.